Ratgeber für Mieter: Vorbereitung auf Ihr Übergabeprotokoll

Alles, was Sie wissen müssen, um Ihre Kaution zu schützen und Ihre Rechte geltend zu machen. Ein vollständiger Ratgeber, verfasst von einer Expertin für Wohnungsübergaben.

Das Übergabeprotokoll ist ein entscheidender Moment in Ihrem Mietverhältnis. Richtig durchgeführt schützt es Sie vor unberechtigten Abzügen von Ihrer Kaution. Schlecht durchgeführt kann es Sie teuer zu stehen kommen. Dieser Ratgeber gibt Ihnen alles an die Hand, um diesen Schritt sicher anzugehen – ob beim Einzug oder Auszug.

Das Einzugsprotokoll: Ihr bester Schutz

Das Einzugsprotokoll ist das wichtigste Dokument in Ihrem Mietverhältnis. Es beschreibt den Zustand der Wohnung zum Zeitpunkt der Schlüsselübergabe. Dieses Dokument wird beim Auszug als Referenz herangezogen, um festzustellen, ob etwaige Schäden Ihnen zuzurechnen sind.

Ein zu kurz gefasstes Einzugsprotokoll wirkt sich immer zu Ihren Ungunsten aus. Wenn ein Mangel beim Einzug nicht festgehalten wurde, gilt er als in gutem Zustand befindlich. Wird dieser Mangel beim Auszug festgestellt, wird er automatisch Ihnen zugerechnet.

Deshalb ist es unbedingt erforderlich, sich die Zeit zu nehmen, alles zu prüfen und festzuhalten. Lassen Sie sich nicht vom Vermieter oder Makler unter Druck setzen, der diesen Schritt möglicherweise beschleunigen möchte. Sie haben das Recht, so viel Zeit wie nötig zu nehmen.

Was Zimmer für Zimmer zu prüfen ist

Prüfen Sie in jedem Zimmer der Wohnung methodisch die folgenden Elemente:

  • -Wände: Flecken, Risse, Feuchtigkeitsspuren, Dübellöcher, ablösende Tapete oder abblätternde Farbe. Notieren Sie die Farbe und Art des Untergrunds.
  • -Böden: Kratzer, Flecken, gesprungene Fliesen, beschädigte Dielen, abgenutzte Teppiche. Schauen Sie in Ecken und unter Möbeln.
  • -Decken: Feuchtigkeitsflecken, Risse, abblätternde Farbe. Prüfen Sie rund um Lampen und in den Ecken.
  • -Fenster und Türen: Öffnen und Schließen, Zustand von Griffen, Dichtungen, Glasscheiben, Rollläden oder Jalousien. Testen Sie die Schlösser.
  • -Sanitäranlagen: Wasserhähne (Durchfluss, Undichtigkeiten), WC-Spülung, Wannen- und Duschendichtungen, Fliesenzustand, Abfluss.
  • -Elektrik: Testen Sie jede Steckdose und jeden Schalter. Prüfen Sie, ob der Sicherungskasten konform ist und der Schutzschalter funktioniert.
  • -Heizung: Zustand der Heizkörper, Funktion des Kessels oder des Heizsystems. Notieren Sie die Energieart.

Wichtige Zählerstände, die nicht vergessen werden dürfen

Neben dem physischen Zustand der Wohnung sind bestimmte Ablesungen unerlässlich und werden häufig übersehen:

  • -Zähler: Notieren Sie die Ablesungen aller Zähler (Kaltwasser, Warmwasser, Strom, Gas). Fotografieren Sie sie. Diese Ablesungen werden verwendet, um den Verbrauch zwischen ausziehenden und einziehenden Mietern aufzuteilen.
  • -Schlüssel: Zählen und identifizieren Sie jeden übergebenen Schlüssel (Haustür, Briefkasten, Keller, Garage, Tor, Mülltonnenraum). Die genaue Anzahl muss im Protokoll erscheinen.
  • -Rauchmelder: Prüfen Sie deren Vorhandensein (Pflicht) und einwandfreie Funktion durch Drücken der Testtaste.

Vorbereitung auf Ihr Auszugsprotokoll

Der Auszug ist der Moment, in dem Ihre Kaution auf dem Spiel steht. Eine gute Vorbereitung kann den Unterschied zwischen einer vollständigen Rückerstattung und Abzügen in Höhe mehrerer hundert Euro ausmachen.

Reinigung und Reparaturen

Nehmen Sie sich vor dem Auszugsprotokoll die Zeit, die Wohnung in einem ordnungsgemäßen Zustand zu hinterlassen:

  • -Gründliche Reinigung: Die Wohnung muss sauber zurückgegeben werden. Reinigen Sie Fenster, Kochgeräte, Dunstabzugshaube, Bad und WC. Eine schmutzige Wohnung kann einen Abzug rechtfertigen.
  • -Löcher zuspachteln: Dübel- und Schraubenlöcher müssen mit Spachtelmasse gefüllt werden. Standard-weiße Spachtelmasse ist in den meisten Fällen geeignet. Nach dem Trocknen leicht schleifen.
  • -Glühbirnen ersetzen: Alle Glühbirnen müssen funktionieren. Ersetzen Sie durchgebrannte Birnen.
  • -Badezimmerdichtungen: Wenn Dichtungen geschwärzt oder schimmelig sind, kann eine Reinigung mit Bleichmittel oder Weißessig ausreichen. Sind sie zu stark beschädigt, erwägen Sie einen Austausch.
  • -Kühlschrank abtauen: Falls die Wohnung möbliert ist, tauen Sie den Kühlschrank und das Gefrierfach ab und reinigen Sie sie. Lassen Sie die Türen offen.

Normalen Verschleiß verstehen

Nicht alle Schäden sind dem Mieter anzurechnen. Das französische Recht unterscheidet zwischen normalem Verschleiß und tatsächlichen Schäden. Leicht abgenutzte Bodenbeläge nach 5 Jahren Nutzung sind normal. Ein Farbfleck an der Decke ist kein Verschleiß. Das ALUR-Gesetz sieht die Anwendung einer Verschleißtabelle vor, die dem Mietvertrag als Anhang beigefügt werden kann und die theoretische Lebensdauer jedes Bestandteils der Wohnung festlegt.

Beispielsweise hat ein Anstrich eine Lebensdauer von 7 bis 10 Jahren. Verlassen Sie die Wohnung nach 8 Jahren, fallen die Kosten für das Streichen hauptsächlich dem Vermieter zu. Ziehen Sie nach 2 Jahren aus und sind die Wände beschädigt, fallen die Kosten hauptsächlich Ihnen zu.

Ihre Rechte als Mieter

Das französische Recht schützt Sie. Hier sind die wichtigsten Rechte, die Sie kennen sollten:

  • 1.Recht auf eine Kopie: Sie müssen eine Kopie des Übergabeprotokolls erhalten, das von beiden Parteien unterzeichnet wurde. Wenn es nicht ausgehändigt wird, fordern Sie es schriftlich an.
  • 2.Recht auf Ergänzungen: Sie haben 10 Tage nach Unterzeichnung des Einzugsprotokolls Zeit, per Einschreiben mit Rückschein Änderungen zu beantragen.
  • 3.Recht bezüglich der Heizung: Im ersten Monat der Heizsaison können Sie die Aufnahme von Beobachtungen zum Zustand des Heizsystems beantragen.
  • 4.Recht auf Begleitung: Sie dürfen während der Übergabe von einer Person Ihrer Wahl begleitet werden (Freund, Familienmitglied, Experte, Mieterverein).
  • 5.Recht auf Verweigerung der Unterschrift: Wenn Sie mit dem Inhalt des Übergabeprotokolls nicht einverstanden sind, sind Sie nicht verpflichtet, es zu unterzeichnen. Fordern Sie stattdessen eine Protokollaufnahme durch eine unabhängige Fachkraft.

Was tun im Streitfall?

Kommt es nach dem Übergabeprotokoll zu einem Streit, stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung:

  • -Formelle Mahnung: Senden Sie dem Vermieter ein Einschreiben, in dem Sie Ihre Einwände darlegen und Ihre Beweise beifügen (Fotos, Einzugsprotokoll).
  • -Departementale Schlichtungskommission: Diese kostenlose Kommission versucht, eine gütliche Einigung zwischen den Parteien zu erzielen. Wenden Sie sich an die DDT (Departementale Direktion für Territorien) in Ihrem Departement.
  • -Zivilgericht: Als letzten Ausweg können Sie sich an den Richter des zivilrechtlichen Schutzes wenden. Bei Streitigkeiten unter 5.000 € ist das Verfahren vereinfacht und erfordert keinen Rechtsanwalt.

Die beste Möglichkeit, einen Streit zu vermeiden, bleibt ein gründliches Einzugsprotokoll, das von einer unabhängigen Fachkraft erstellt wird. Es ist eine bescheidene Investition, die Ihnen monatelange Auseinandersetzungen und Hunderte von Euro an unberechtigten Abzügen ersparen kann.

Warum eine unabhängige Expertin beauftragen?

Eine unabhängige Expertin wie EDL 33 bietet dem Mieter mehrere entscheidende Vorteile:

  • -Unparteilichkeit: Im Gegensatz zu einem Immobilienmakler, der den Vermieter vertritt, ist eine unabhängige Expertin neutral. Ihre Einschätzung ist objektiv und glaubwürdig.
  • -Technische Expertise: Eine Fachkraft erkennt Mängel, die Ihnen möglicherweise entgehen (verborgene Feuchtigkeit, Dämmprobleme, Elektrofehler).
  • -Fotografische Dokumentation: Hunderte von zeitgestempelten Fotos, die unwiderlegbare Beweise darstellen.
  • -Rechtliches Gewicht: Ein elektronisch unterzeichnetes Protokoll (eIDAS) einer unabhängigen Expertin hat vor Gericht einen höheren Beweiswert.

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Protokolle vollständig konform mit dem französischen Mietrecht vom 24. März 2014

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